Bergischer Farbdreiklang Schwarz-Weiß-Grün – Die Renovierung der Fassaden von Haus Mannesmann ist abgeschlossen

Bereits von Weitem leuchten dem Besucher wieder die weißen Fensterrahmen und der weiße Zwerchgiebel des Hauses Mannesmann entgegen. Die über die Jahre durch Schmutz und Algenbewuchs unansehnlich gewordenen Holzbauteile der Fassade bedurften dringend einer Überarbeitung, die jetzt zum Abschluss gekommen ist.

In der zweiten Jahreshälfte 2020 wurde am Haus Mannesmann mit den Malerarbeiten begonnen. Durch die Witterung verursachte Schäden waren bereits nicht mehr zu übersehen. Zunächst haben die Museumshandwerker die vorbereitenden Arbeiten für den Neuanstrich sämtlicher Holzbauteile der Fassaden durchgeführt. Die grün gestrichenen Schlagläden, die weißen Fensterrahmen und die vorgeblendeten Pfeiler, die weit ausladenden Gesimse und die hölzernen Dachaufbauten wurden vollständig überarbeitet. Vorab wurden die gestrichenen Holzteile der Fassade gründlich gereinigt. Abblätternde Anstriche wurden entfernt, schadhafte Verkittungen an den Fenstern und marode Stellen an den Fensterbänken und anderen Profilen wurden erneuert.

Nach der Stellung des Gerüsts wurden die Malerarbeiten ausgeführt. Die Farbgebung entspricht den historischen Farbbefunden, die vor den Arbeiten aufgenommen wurden. Zur Bestimmung der Farbtöne werden Farbkarten verwendet. Bei den weißen Farbflächen wurde entsprechend der Befunde eine Standölfarbe verwendet. Standölfarben dringen tief in die Oberfläche des Holzes ein, sind elastisch und diffusionsoffen. Das Haus ist jetzt wieder sehr ansehnlich und die repräsentativ gestalteten Fassaden kommen erneut voll zur Geltung.

Im Inneren des Gebäudes wurden die Fenster und Türen ebenfalls entsprechend der Befunde gestrichen. Im Erdgeschoss wurden darüber hinaus die Farben der Wand- und Deckenflächen erneuert. Gestalterische Details, wie eine Bordüre in der Küche, oder die Ausführung von Wandflächen in einer Wickeltechnik, setzen besondere Akzente bei der Renovierung der Innenräume.

In der weitläufigen Gartenanlage des Haupthauses befindet sich am Ende eines Hügelkamms ein Gartenhaus aus Remscheid-Lennep. Es wurde um 1811 im Stil des Spätbarocks errichtet. In dieser Zeit ist es in der Gegend um Wuppertal und Solingen-Remscheid üblich, dass Gartenhäuser in den Ziergärten stattlicher Bürgerhäuser errichtet werden. Das kleine Gebäude ist – genau wie das Haupthaus – im typischen Stil des Bergischen Landes gestaltet. Die weißen, schwarzen und grünen Flächen der Fassaden bilden einen harmonischen Dreiklang. Das geschweifte Schieferdach ist durch ein ausladendes und profiliertes Gesims von der Schieferfassade abgesetzt. Das Weiß der Fenster bildet einen harten Kontrast zu den Schieferflächen, wobei das Grün der Zugangstüre einen Ausgleich schafft. Auch die gestrichenen Holzbauteile der Fassaden des Gartenhauses wurden zusammen mit der Renovierung des Haupthauses überarbeitet.

Schmiedeeisernes Geländer
Geländer am Treppenabgang Keller
Foto: LVR-Freilichtmuseum Kommern, Volker Kirsch

Einige der verspielten Elemente der gusseisernen Brüstungselemente am Kellerabgang an der zur Baugruppe liegenden Fassade waren durchgebrochen, einzelne abgebrochene Teilstücke fehlten ganz. Nach der Reparatur und Ergänzung des Geländers erhielt es einen neuen Farbanstrich.
Mit der Instandsetzung der Geländer werden die Renovierungsarbeiten am Haus Mannesmann nun abgeschlossen.

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